Besonderheiten Marokkos Tipps&Tricks

Marokko ist ein herrliches Reiseland für Motorradfahrer und sicherlich das angenehmste Land in ganz Nordafrika. Trotzdem befindet man sich dort im tiefen Orient und ist weit weg von Europa. Daher gelten in diesem Land einige besondere Regeln, bzw. sollte man sich ein wenig mit der Kultur des Landes auskennen und sie respektieren.

Wichtig und hilfreich ist es, ein wenig Französisch zu sprechen und einige Wörter auf Arabisch zu beherrschen! Aber auch ohne Sprachkenntnisse kommt man durch!

 

Zur Vorsicht:

 

1.  Vermeidet möglichst das Rif-Gebirge. Das Risiko als Hasch-Dealer oder -Kunde angesehen zu werden, ist den Besuch nicht wert. (1) Ausserdem oft wirklich schmierige Strassenbeläge!

2.  Vorsicht im Atlas Gebirge kurz nach/bei Regenfällen - die Strassen werden wirklich extrem glatt, fast wie Glatteis! Gerade Enduroreifen haben hier Probleme.

3.  Die leidigen Führer (Schlepper & Bauernfänger) sind überall: der Fremdenführer (das ist eigentlich jeder) weiß die besten Tipps, zeigt Euch den NUR heute stattfindenden Jahrmarkt der Tuaregs, kennt alle wichtigen Leute und will doch nur Euer Geld für (meistens) nichts, und seine Provisionen von den Souvenirläden! Jeder versucht sofort, seine Geschäftspartner mit Eurer Anwesenheit zu beglücken, auch wenn ihr des Hotel oder Mietauto schon vorab bezahlt habt: er wird immer noch versuchen, euch umzubuchen! Jeder hat einen Cousin oder Verwandten, der euch hier und jetzt perfekt weiterhelfen kann! Dann die Warner vor den geschlossenen Pisten und zerstörten Brücken.... vertraut lieber Eurem GPS !

4.  Autopannen. Tut echt weh, aber nicht anhalten, wenn Leute verzweifelt winken- sie wollen nur Teppiche verkaufen.

5.  Die fiesen Nagelbrettleger gab es auf der Piste hinter Merzouga. (1)

6.  Die Stacheldrahtleger zäunen die Piste ein und führen die Fahrzeuge damit durch ein tiefes Sandloch (nahe der algerischen Grenze) und dann gibt es noch die hilfsbereiten Bachumleiter im Atlas, die manche Stellen unpassierbar machen. (1)

7.  Die Parkplatzwächter aus dem Nichts- verlangen plötzlich Geld für das Bewachen.

8.  Die lästigen Kinder im Norden, die Geschenke wollen (Schuld ist der Touri mit seinen Bonbons und Stiften).

9.  die unverschämten Preisvorstellungen allerorts, wenn man merkt, dass ein "Neuer" kommt (vergeht meist nach 3 Tagen).

10.die teils nicht materialisierte Grenze zwischen Marokko und Algerien mit den Minenfeldern (nur Pistenfahrer). (1)

11.die ewigen "Tajine Poulet" (Nationalgericht), mehr oder weniger frisch...

12.die häufigen Radarpistolenkontrollen und wie man davor gewarnt wird.

13.medizinische Hilfe kann tagelang entfernt sein!

14.alkoholische Getränke sind selten zu bekommen, bevorraten!

15.gepantschtes Benzin (aus Algerien geschmuggelt) tut der GS so richtig weh (mehr als 10% Wasser mag sie nicht). (1)

16. man ist nie alleine in der Steinwüste, eins der großen Wunder Marokkos...

17. nie die linke Hand geben, immer die Schuhe ausziehen in Privathäusern.

18. Westsahara, das Land der Minen und der Freiheitsbewegung Polisario...

19. Marokko, das Land der rasend schnellen Veränderungen mit einem ständig wachsenden Strassennetz.

20. Frauen werden gerne gegen Kamele eingetauscht. Ein Dromedar kostet etwa 700 - 1000 € in Marokko. Der genaue Preis kann hier ermittelt werden: http://www.kamelrechner.de/index.php

 

(1) = selten anzutreffende Phänomene, aber sie existieren und der Vollständigkeit halber sind sie hier aufgeführt.

 

Dieses und noch mehr wird im Buch ausführlich beschrieben und alle Tricks genau erklärt!

 

Aber es gibt auch viele Highlights:

 

1. Die Millionen-Sterne-Nacht und der gewaltige Sonnenaufgang in der Sandwüste

2. die wunderbaren Hotels

3. der sehr freundliche Service

4. die tollen Menschen, wenn man erst einmal über dem Atlas in der Wüste ist

5. die gigantischen Pisten, wie geschaffen für die GS 

6. das große Sicherheitsgefühl, das eigentlich überall vorherrscht

7. das preiswerte Benzin und Leben

8. das französisch-marokkanische, feine Ambiente

9. die orientalische Gastfreundschaft

10. die tollen Begegnungen mit anderen Wüstenfahrern aller Herren Länder

 

Der Bundesgesundheitsminister warnt: Marokko kann süchtig machen!

 


 

 

Distanzen in Marokko:

 

Ungefähre Kilometer- und Zeitangaben, die wir selbst mit der GS 1200 erfahren haben. 

Das marokkanische Strassennetz ändert sich schneller als die Kartenhersteller ihre Karten modifizieren können. Was gestern noch eine Piste war oder eine schlechte Teerstrasse mit Schlaglöchern, kann heute schon eine Schnellstrasse sein. 

 

Marrakesch- Ouarzazate       210 Km und 4 Std.

               - Essaourira         175 Km und 3 Std.

               - Agadir              270 Km und 2,5 Std. (AB)

               - El Jadida           160 Km und 3,5 Std.

               - Taroudant        230 Km und 4 Std.

               - Casablanca     3 Std.

 

Nador      - Oujda               165 Km und 2,5 Std.

Ain Benimathar - Midelt      230 Km und 10 Std.

                      - Bouârfa    180 Km und 3,5 Std.

Ourazazate - Zagora         170 Km und 2,5 Std.

Foum Zguid - Tata            145 Km und 3,5 Std.

Agdez - Erfoud                 280 Km und 4 Std.

Tanger - Rabat                 260 Km und 2,5 Std. (AB)

Tanger Med - Casablanca   360 Km und 3,5 Std. (AB)

Rabat - El Jadida               210 Km und 2 Std.

Agadir - Guelmim              200 Km und 3,5 Std. (Vorsicht Radar!)

Guelmim - Tan/Tan          120 Km und 1,5 Std.

 

 

PISTEN:

 

M'hamid - Foum Zguid      190 Km und 7 Std. (am absoluten Limit mit der bepackten GS 1200, aber wird eben geteert)

M'hamid - Merzouga         305 Km und 11 Std. (je nach Streckenführung)

Bei den teilweise sehr schwierigen Pistenverhältnisse in Marokko stößt die GS 1200 oft an ihre Grenzen. Vor allem beladen ist sie gehandicapt! Sie ist ein wunderbarer Kompromiss, aber in manchen engen Trails nach Schneeverwehungen, Matsch und feinen, tiefen Sandlöchern doch ein wenig überfordert, so wie jede andere Großenduro auch. Daran denken und gfls. das Angebot von Hoteliers annehmen (auch wenn es etwas teuer erscheinen mag) das Gepäck per Jeep zu befördern!