Westsahara, was ist das?

 
Das Land Westsahara gilt heute als das letzte nicht dekolonisierte Land der Erde. 38 Jahre nach dem Rückzug der Kolonialmacht Spanien wartet Westsahara immer noch auf eine definitive Lösung seiner politischen Situation. Seit 1975 steht das Land unter dem Mandat der UN-Schutztruppen und wird von Marokko beansprucht. Auf der Gegenseite finden sich die Ureinwohner des Landes, die Sahruis, ihre Befreiungsarmee Polisario, und der Nachbarstaat Algerien. Das Land ist seit 1991 geteilt, etwa 80% ist von Marokko besetzt, der Osten und der äußerste Süden dahingegen von der Frente Polisario, die für einen unabhängigen Staat, nämlich die Demokratische Arabische Republik Sahara, kämpft.
 
Marokko hatte unter dem Rückzug der Kolonialmächte sehr zu leiden. Nachdem sich Spanien um 1956 aus dem Süden Marokkos zurückgezogen hatte, musste kurz darauf Frankreich sein Département (also Landesteil) Algerien nach furchtbaren Kämpfen aufgeben. Daraufhin gab es den "Sandkrieg" 1963 wegen des umstrittenen Grenzverlaufes von Marokko zu Algerien, den Marokko gewann. Trotzdem konnte man sich nicht über die Grenzen einig werden, da es seit der Unabhängigkeit der beiden Länder plötzlich nationale, feste Grenzen gab und ganze Volksstämme auseinander gerissen worden sind. Als sich Spanien 1974 auf Druck der UN aus der Provinz Westsahara zurückgezogen hatte, organisierte Marokko einen friedlichen Marsch von 350.000 Menschen in die Westsahara, "la marche verte". Doch auch dieser friedliche Appel brachte keine Lösung und seitdem wartet die Welt auf ein Referendum über die Zukunft dieses Wüstenstaates.
 
1991 gab es ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Marokko und der Polisario. Bis heute leben über 100.000 Sahrauis in vier Flüchtlingslagern um die algerische Stadt Tindouf herum. Die Grenze zwischen dem Osten der Sahara und dem westlichen Teil ist mit einem Wall, Grenzposten, Satellitenüberwachung und einem Minenfeld gesichert. Nur zwei Staaten auf der Welt sichern sich heute so gegeneinander ab: Nordkorea/Südkorea und Marokko/Algerien.
 
Die Westsahara ist 266.000 km2 groß, ein relativ flaches Land, das meistens aus Steinwüste besteht. Etwa 500.000 Einwohner verteilen sich auf 5 Städte und wenige andere Ortschaften. Sie sprechen marokkanisches Arabisch und einen Hassania-Dialekt. Die großen Phosphatvorkommen werden seit Jahrzehnten abgebaut und über den Hafen El Marsa verschifft. Die Atlantikküste gilt als fischreich und im Land gibt es eine schwach entwickelte Landwirtschaft mit Dattelpalmenplantagen.
 
Vor einer Reise in dieses Gebiet wird gewarnt vom auswärtigen Amt gewarnt! Es gibt dort keine konsularische Unterstützung, Schutzbriefe schließen die Westsahara nicht ein, Versicherungen gelten in diesem Land nicht. Individualereisenden wird höchste Vorsicht empfohlen! Die Gebiete im Osten des Landes sind zu meiden.
 
Die besondere Gefahr sind nicht nur die Minenfelder, sondern regelrechte Minengürtel, die vor Jahrzehnten von der Fente Polisario angelegt worden sind! 
 
 
Die Minen werden zwar nach und nach vom marokkanischen Militär geräumt, aber Wanderdünen, Windverwehungen, Überschwemmungen lassen immer wieder Minen an unvermuteten Stellen auftauchen! Auch verfügen die Forces Armées nicht über ausreichende Experten und Minenräumgeräte, um alle Minen unschädlich zu machen. Die Hauptstrassen im Westen und Osten des Landes sind absolut sicher, aber es ist nirgends ratsam, sich mehr als 50 Meter von der Hauptstrasse wegzubewegen! Auch überhalb der Strände - auch in Dakhla - ist es nicht ratsam, durch die Wüste zu wandern oder zu fahren. Im Zweifelsfall Einheimische fragen.
 
Der BMW GS CLUB verfügt durch seine ausgezeichneten Beziehungen zur Armee über neue militärische Karten (Januar 2015) über diese Minenfelder und vermutete Minen. Wir machten im Januar und im April 2015 mehrere Touren im Norden und Osten des Landes - Lâayoune und Es Smara. Bei allen unseren Touren haben wir die volle Unterstützung der Armee und der Gendarmerie, sowie der UN Schutztruppen! 
 
 
Tour Ende März 2015 mit 14 BMW GS in die Westsahara! Das war die größte Motorradgruppe, die jemals diesen Teil des Landes besucht hatte. In Lâayoune waren wir eine Attraktion für die Einheimischen - wir wurden zum ersten Mal mehr fotografiert, als wir fotografieren konnten.